Denken Sie daran, alle Rechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen zu sammeln! Denn seit diesem Jahr können für die Betreuung pflegebedürftiger Personen im eigenen Haushalt, für einfache Tätigkeiten wie Gartenpflege und komplizierte Arbeiten wie Renovierung insgesamt bis zu 1800 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden.
Wichtig: Auf den Rechnungen müssen die Mehrwertsteuer ausgewiesen und die Arbeitskosten separat aufgelistet sein. Die Materialkosten der Handwerker sind nicht absetzbar. Außerdem dürfen Sie die Rechnungen nicht bar bezahlen, Sie müssen das Geld auf jeden Fall überweisen! Und das müssen Sie mit Kontoauszügen belegen können.
nach oben »Vorschlag des BKK-Bundesverbandes / Wert der Pflegeleistungen ist seit Start der Versicherung deutlich gesunken
BERLIN (te). Die Betriebskrankenkassen in Deutschland begrüßen den Vorstoß von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die häusliche Pflege stärker als bisher zu fördern. Auf dem BKK-Gesundheitstag in Berlin sprach sich der Bundesverband gleichzeitig für die Dynamisierung der Pflegeleistungen und eine Neudefinition des Pflegebegriffes aus.
Hintergrund der jüngsten Vorschläge ist einerseits die defizitäre Finanzlage der Pflegeversicherung. Außerdem wird kein anderer Sozialversicherzweig so stark durch die demographische Entwicklung belastet wie die Pflege. Bis 2020 wird mit einem Anstieg der Pflegefälle von 1,9 auf 2,5 Millionen Menschen gerechnet.
"Wenn die Pflegeversicherung auf Dauer sicher, qualitativ hochwertig und bezahlbar sein soll, müssen Strukturen, Leistungen und Finanzen kritisch hinterfragt werden", sagte BKK-Vorstandschef Dieter Voß und schlug die Dynamisierung der Leistungen vor. Da seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 die Beiträge konstant geblieben seien, gleichzeitig Preise und Löhne aber gestiegen sind, betragen die Pflegeleistungen heute nur noch 87 Prozent des Ausgangswertes, so Voß.
Würde dies nicht korrigiert, müssten Pflegebedürftige erheblich zuzahlen. Voß schlug eine jährliche Dynamisierung der Leistungen um drei Prozent vor; die Beiträge müssten dann um 0,05 Punkte steigen.
Weiterhin forderte die BKK eine Erneuerung des Pflegebegriffs, der neben den körperlichen auch die psychischen Einschränkungen berücksichtigt. Nur so könne der angemessene Pflegebedarf richtig ermittelt werden.
Die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk, bestätigte auf dem Gesundheitstag, daß die Pflegeversicherung noch in diesem Jahr reformiert werden solle. "Ziel ist es, eine Demographiereserve aufzubauen, um die Umlagefinanzierung zu stärken."
Die private Pflegeversicherung soll dabei einbezogen werden. Kritik übte Caspers-Merk an den Krankenkassen, die den Trend zur stationären Pflege verstärkt hätten. Nach Angaben der BKK ist die Heimpflege je nach Pflegestufe bis zu fünfmal teurer als das Pflegegeld in der häuslichen Pflege.
nach oben »ATLANTA (ddp.vwd). Autismus basiert auf einem Kommunikationsproblem im Gehirn. Das legt eine Studie amerikanischer Forscher nahe: Bestimmte Gehirnregionen scheinen bei Autisten anders miteinander zu kommunizieren als bei Gesunden. Dabei ist der Austausch zwischen einigen Regionen stärker als bei Vergleichspersonen ohne Autismus, zwischen anderen Regionen jedoch schwächer.
Die Forscher untersuchten 18 Autisten und 18 gesunde Vergleichspersonen per EEG. Autisten hatten zum einen in der linken Gehirnhälfte, die vor allem für Sprache zuständig ist, eine stärkere Aktivität in niedrigen Frequenzbereichen. Das könnte die Schwierigkeiten erklären, die Autisten bei der Kommunikation mit anderen Menschen haben.
Zum anderen waren Verbindungen zwischen dem Stirnhirn und den übrigen Teilen des Gehirns bei Autisten weniger aktiv. Dies könnte sich wiederum darauf auswirken, wie gut Aufmerksamkeit und Verhalten gezielt gesteuert werden können.
nach oben »Konstanz, den 28. August 2006. Mit Einführung der bundesweiten Festbeträge für Hilfsmittel im Inkontinenzbereich ist zu erwarten, dass dies in der Regel zu Lasten der Qualität und Innovationsfähigkeit der Unternehmen und somit ihrer Produkte oder Serviceleistungen geht. Angesichts der geplanten Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 wird sich die Situation für den Patienten weiterhin drastisch verschärfen, sollte eine Anpassung der Festbeträge ausbleiben.
98 % der Unternehmen aus dem Gesundheitswesen gaben bei einer aktuellen Umfrage des Kommunikationsforums Hilfsmittel (KFH) an, dass trotz Sparmaßnahmen wirtschaftliche Aufzahlungen für bestimmte Produkte und Serviceleistungen in Zukunft unvermeidlich sein werden. Das dies nicht so sein muss, wird deutlich am Beispiel von Eunaxis Medical (www.eunaxis-medical.de) in Konstanz. Trotz steigendem Kostendrucks im Gesundheitswesen steht der Patient weiterhin im Mittelpunkt ihrer Unternehmensphilosophie. Abstriche auf Patientenseite kommen für das Unternehmen nicht in Frage. So erhält der Patient auch in Zukunft qualitativ hochwertige Inkontinenz Artikel zu kostengünstigen Festbetragspreisen. Dabei setzt das Unternehmen auf die europaweite Kooperation mit mehreren großen Herstellern aus dem Gesundheitswesen, die sich in ihren jeweiligen Kernkompetenzen ergänzen. Innovative Produktionsverfahren durch den Einsatz neuester Technologien sowie ein effizienter Warenvertrieb werden dadurch erst möglich und helfen, die Preise langfristig stabil zu halten. Zusätzlich führt Eunaxis Medical bei ihren Patienten Umfragen hinsichtlich der Produktqualität durch. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Anregungen sowie die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachärzten kommen der Entwicklung und Verbesserung der Produkte und damit dem Patienten kontinuierlich zugute.
So bietet Eunaxis Medical u.a. anatomisch passgenaue Inkontinenz Artikel an, die eine spezielle atmungsaktive, weiche Außenbeschichtung haben und trotzdem Nässe nicht durchlassen. Unter Anwendung neuester Technologien konnte eine spezielle Außenfolie entwickelt werden, die anders als die herkömmlichen Plastikfolien, nicht nur geräuschlos ist, sondern deren Materialzusammensetzung den Patienten vor übermäßigem Schwitzen und damit der Entstehung von Entzündungen und Wundreibungen vorbeugt. Zusätzlich erhöht die dünne Beschaffenheit der Inkontinenzartikel den Tragekomfort für den Patienten. Betroffene können wie gewohnt uneingeschränkt und aktiv am sozialen Leben teilnehmen.
Getreu seiner Philosophie will Eunaxis Medical auch in Zukunft seine Patienten umfassend beraten und den damit verbundenen Service nicht runterfahren. Dank eines modernen Lagersystems vor Ort liefert das Unternehmen schnell und unkompliziert die Ware zum Patienten − auf Wunsch auch anonymisiert. Bestellen kann der Patient seine Ware ganz bequem und ohne Mindestbestellmengen über ein bedienerfreundliches Internet-Warenshopsystem oder auch über Rezept, welches das Unternehmen für den Patienten direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnet.
nach oben »Neckargemünd, 2. Oktober 2006 – Unter dem Motto „Selbstbestimmtes Leben mit Diabetes“ hatte der Deutsche Diabetikerbund zum Deutschen Diabetikertag 2006 am 23. September in die Stadthalle Kassel eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung engagierte sich LifeScan, Hersteller von Blutzuckermesssystemen der Marke OneTouch ®Ultra ® und Initiator der Kampagne „Besser messen – Aktiver leben“, für mehr Bewegung im Diabetes-Alltag. Gemeinsam mit Uschi Disl wurden Schnupperkurse mit dem Gymnastikband angeboten. Die prominente Kampagnenpatin und Sportlerin des Jahres 2005 begeisterte die Teilnehmer durch einfache Bewegungsübungen für mehr Aktivität. LifeScan setzt sich auch für junge Menschen mit Diabetes ein. Vertriebsleiter Frank Eichler überreichte einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro an den Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V. (BdKJ): „Wir wissen, wie wichtig der eigenständige und unbeschwerte Alltag für junge Menschen mit Diabetes ist. Mit Hilfe unserer erlebnispädagogischen Kinderfreizeiten können Kinder und Jugendliche dies frühzeitig erlernen. Die gleichen Ziele haben auch die Projekte und Schulungen des BdKJ. Gerne möchten wir dieses Engagement fördern.“
LifeScan, Experte und Partner in der Blutzuckerselbstkontrolle mit Sitz in Neckargemünd bei Heidelberg, möchte Menschen mit Diabetes zu einem aktiven und selbstbestimmten Umgang mit Diabetes motivieren. Gemeinsam mit verschiedenen Dia betes-Organisationen hat LifeScan 2005 die bundesweite Aufklärungskampagne „Besser messen - Aktiver leben“ gestartet. Für mehr Aktivität in jedem Alter setzte sich das Unternehmen auch im Rahmen des Deutschen Diabetikertages ein.
LifeScan und Uschi Disl, mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Biathlon, sorgten für Spaß und Bewegung: In Schnupperkursen konnten Interessierte und Neugierige alltagsgerechte Übungen mit dem Gymnastikband erlernen. Bei mitreißender Musik führte Uschi Disl die Teilnehmer durch ein 20-minütiges, abwechslungsreiches Bewegungsprogramm. Dabei gab sie eine Einführung in die Anwendungstechnik und zeigte Übungsbeispiele zum direkten Mitmachen und Nachmachen für zu Hause. An insgesamt sechs Gymnastikrunden konnten jeweils 30 bis 35 Besucher teilnehmen. Gemeinsam erlebten sie in der Gruppe, wie einfach der Schritt zu mehr Aktivität im Diabetesalltag sein kann. Neben dem guten Gefühl, sich in Schwung gebracht zu haben, nahm jeder als Belohnung das Gymnastikband und das OneTouch ®-Sporthandbuch mit nach Hause. Auch nutzten einige die Gelegenheit, das neue OneTouch ®Ultra ®2-Blutzuckermesssystem von LifeScan zu testen und waren von seiner Anwenderfreundlichkeit und dem schnellen Messergebnis beeindruckt.
Zur symbolischen Scheckübergabe trafen sich am LifeScan-Stand auf dem Diabetikertag der Vertriebsleiter Frank Eichler und die Präsidentin des BdKJ Jutta Bürger-Büsing. „Wir freuen uns über die Unterstützung von LifeScan und bedanken uns auch im Namen der Kinder und Jugendlichen. Mit unseren intensiven Schulungen wollen wir junge Menschen mit Diabetes und deren Familien im Umgang mit der neuen Lebenssituation stärken und sie befähigen, ihren Alltag weitestgehend selbstständig zu meistern“, sagte Bürger-Büsing.
Seit 1974 engagiert sich der BdKJ e.V. für Aufklärung und Information von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes. Im Rahmen von Seminartagen erproben die Kinder die unterschiedlichsten Alltagssituationen unter diabetischen Gesichtspunkten, wie zum Beispiel richtiges Blutzuckermessen und sicheres Insulinspritzen. Mit gleichem Selbstverständnis lädt LifeScan seit 13 Jahren jeden Sommer junge Menschen mit Diabetes zu erlebnispädagogischen Kinderfreizeiten ein.
Angela Wilhelm, Claudia Voigt
Tel : (06151) 1 36 99-14
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Mit Chlorhexidin-Spülungen lassen sich Entzündungen durch Chemotherapie gut verhindern
ISTANBUL (ple). Mundspülungen mit einer Chlorhexidin-haltigen Lösung können Krebs-Kranke, die chemotherapeutisch behandelt werden, vor einer Mukositis schützen. Das haben jetzt dänische Kollegen festgestellt. Auch das Lutschen von Eiswürfeln hilft prophylaktisch.
Der Nutzen einer Chlorhexidin-Prophylaxe bei Krebspatienten ist in bisherigen Studien uneinheitlich bewertet worden. In einer neuen Studie haben jetzt Dr. Jens Benn Sorensen aus Kopenhagen und seine Kollegen 225 Patienten aufgenommen, die wegen Malignomen in Darm oder Magen mit 5-Fluorouracil plus Folinsäure behandelt werden sollten.
Parallel zum ersten Zyklus der Chemotherapie haben die Patienten den Mund mit 0,1prozentiger Chlorhexidin- oder mit einer Kochsalz-Lösung mit ähnlichem Geschmack drei Mal täglich über drei Wochen gespült. Patienten im dritten Studienarm lutschten Eiswürfel zehn Minuten vor bis 35 Minuten nach Beginn der Behandlung.
Wie die dänischen Kollegen aus Kopenhagen beim EU-Krebskongreß EMSO in Instanbul berichteten, wurden die Patienten der Studie zu Schweregrad und Dauer der oralen Mukositis befragt. Der Auswertung zufolge war nur bei 13 Prozent der Patienten in der Chlorhexidin-Gruppe die Mukositis so stark ausgeprägt, daß sie sich nur beschwerlich ernähren konnten oder sogar auf künstliche Ernährung angewiesen waren. In der Placebo-Gruppe war dies dagegen bei 33 Prozent der Patienten der Fall, in der Eis-Gruppe dagegen nur bei elf Prozent.
Bei Patienten mit Mukositis hielt diese Nebenwirkung der Chemotherapie im Median im Chlorhexidin-Arm drei Tage, im Placebo-Arm fünf Tage und im Kryotherapie-Arm einen Tag lang an.
nach oben »Experte plädiert für Erweiterung des Impfkalenders / Inzidenz der Gürtelrose bei Geimpften wird halbiert
BERLIN (gvg). Die im Mai in Europa zugelassene Impfung gegen Gürtelrose sollte möglichst bald in den Impfkalender der Ständigen Impfkommission aufgenommen werden. Dafür plädiert Professor Klaus Wahle, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Die Impfung sei ideal für die Praxen von Hausärzten geeignet, wo in der Regel etwa die Hälfte der Patienten in die Altersgruppe ab sechzig Jahren fielen, sagte der niedergelassene Allgemeinmediziner. Für diese Altersgruppe ist die neue Zosterimpfung vor allem gedacht. Als kühlschranktaugliche Formulierung soll sie voraussichtlich ab kommendem Jahr in Deutschland verfügbar sein.
Wahle sieht die Zoster-Impfung als weiteren Baustein in einer speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichteten, hausärztlichen Prävention.
"Die Zoster-Impfung ergänzt die jährliche Influenza-Impfung und die alle sechs Jahre empfohlene Pneumokokken-Impfung in idealer Weise und sollte deswegen zügig als Standardimpfung empfohlen werden", so Wahle auf einer Veranstaltung von Sanofi Pasteur MSD, dem Hersteller des Zoster-Impfstoffs (Zostavax®).
"Mit der Herpes zoster-Impfung besteht eine effektive und effiziente Möglichkeit, das Auftreten der Gürtelrose um mehr als fünfzig Prozent und insbesondere das Ausmaß der Postzoster-Neuralgie um mehr als sechzig Prozent zu reduzieren", unterstrich Wahle.
Es handele sich beim Herpes zoster bekanntlich um ein bei älteren Menschen häufiges Krankheitsbild, dessen Inzidenz mit dem Alter zunehme und das mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehe. Häufigste Komplikation einer Gürtelrose ist die postherpetische Neuralgie.
Wahle sprach sich in diesem Zusammenhang deutlich gegen den im Zusammenhang mit der anstehenden Gesundheitsreform diskutierten Vorschlag aus, Impfungen nicht mehr extrabudgetär abzurechnen, sondern in den gedeckelten Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. "Dadurch würde den Hausärzten der Anreiz genommen, eine effektive Prävention zu betreiben", so Wahle.
Weitere Infos im Internet unter www.rki.deWer möchte schon eine Gürtelrose bekommen? Schlechte Karten hat, wer die Windpocken hatte: Jeder Fünfte bis Zehnte erkrankt irgendwann an Herpes zoster. Mit einer Impfung kann das verhindert werden. Der Impfstoff soll Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. Bisher wird die Impfung nicht von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
Die Zeit bis zur Markteinführung der Vakzine sollte jetzt genutzt werden: Die STIKO muß eine Erweiterung der Standardimpfungen für Erwachsene beraten. Und die gesetzlichen Krankenkassen sollten ebenfalls schon jetzt die Kostenübernahme diskutieren. Denn der Prozeß zwischen Markteinführung, Impfempfehlung und Kostenübernahme kann mitunter Jahre dauern.
Wenn Prävention ernst genommen wird, muß dieser Prozeß deutlich beschleunigt werden. Der Nutzen der Zoster-Impfung ist in Studien eindrucksvoll belegt worden. Er muß den Patienten zu Gute kommen: durch Impfempfehlung und Kostenübernahme.
nach oben »BERLIN (eb). In der neuen Broschüre "Ratgeber Häusliche Versorgung Demenzkranker" gibt es Tipps, wie die oft schwierige Betreuung und Pflege zu Hause besser gelingen kann. Außerdem werden Optionen wie betreutes Wohnen vorgestellt und auf Hilfs-, Heil- und Pflegemittel aufmerksam gemacht und Tipps zur Finanzierung von häuslicher Pflege gegeben. Die Autoren sind Spezialisten und Angehörige von Demenzkranken.
Bezug: Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Friedrichstr. 236
10969 Berlin
Tel.: 030 / 259 37 95 - 0
E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de
BERLIN (dpa). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die häusliche Krankenpflege stärker als bisher fördern. Bei der Reform des Gesundheitswesens wolle man in der Pflegeversicherung "vor allen Dingen die ambulante Pflege unterstützen und stärken", sagte Schmidt gestern.
Diejenigen, die Angehörige oder Freunde zu Hause pflegen, sollen stärkere finanzielle Hilfen bekommen. Durch die häusliche Pflege würden die Krankenkassen entlastet, weil keine zusätzlichen Pflegeeinrichtungen gebaut werden müssten.
Mehr Geld solle auch das professionelle Pflegepersonal bekommen, sagte Schmidt. Die Leistungen sollten den Lebenshaltungskosten angepasst werden. "Das ist der große Bereich, der in diesem Jahr ansteht." Die Pflegeversicherung habe zwar noch ein finanzielles Polster, trotzdem müssten die Finanzgrundlagen stabilisiert werden. Das vergangene Jahr hatte die Pflegeversicherung mit einem Minus von 365 Millionen Euro abgeschlossen.
nach oben »wirksamen Strategien gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Pflege
Von Eva Richter
In der Pflege ist organisierte Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung zu einem gravierenden Problem geworden. Die Versorgungsqualität ist nicht kontrollierbar und massive Wettbewerbsverzerrungen schaden den Pflegeeinrichtungen. Experten schätzen, daß bundesweit etwa 100 000 Familien eine illegale Pflegekraft in ihrem Haushalt beschäftigen, die Hilfskräfte stammen meist aus Osteuropa.
In einigen Bundesländern wie Hessen und Baden-Württemberg haben Pflegeeinrichtungen bereits Anti-Schwarzmarkt-Offensiven gestartet. Sie beklagen zunehmenden Kundenschwund. Auch Bund und Ländern wird die Problematik allmählich bewußt: Dort gibt es zunehmend Bestrebungen, die Schwarzarbeit in diesem Bereich einzudämmen.
So hat der Bundestag am 17. März ein Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Für Betreuungsleistungen in der Pflege können künftig statt bislang maximal 600 Euro bis zu 1200 Euro jährlich von der Steuer abgesetzt werden. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erhofft sich davon mehr legale Beschäftigungsverhältnisse in den Haushalten Pflegebedürftiger. Inwieweit damit die bestehende Schwarzarbeit bekämpft werden kann, wird sich zeigen.
Illegale Pflegehilfen sind meist rund um die Uhr im Pflegehaushalt und nehmen dafür monatlich im Schnitt 1000 Euro plus Kost und Logis. Wer eine legale 24-Stunden-Pflege haben will, muß dagegen 3500 Euro und mehr zahlen. Eine erhebliche Differenz, die auch durch steuerliche Förderung nicht wirklich überwunden wird.
Rheinland-Pfalz versucht daher, den Schwarzmarkt durch Subventionierung von Dienstleistungen trockenzulegen. Seit Jahresbeginn gibt es dort das Modell der "Haushaltsassistenz für die Pflege", das sich das Land rund eine Million Euro kosten läßt. Assistenzkräfte erbringen personen- und haushaltsbezogene Dienstleistungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Familien. Sie können stundenweise bei ambulanten Pflegediensten angefordert werden. Der Preis soll für die Familien erschwinglich bleiben und darf 14 Euro pro Stunde nicht überschreiten.
Auch das Saarland plant, gegen die Schwarzarbeit in der Pflege anzugehen: So will die Landesregierung gemeinsam mit der Saarländischen Pflegegesellschaft in den kommenden Wochen eine Aufklärungskampagne starten, kündigte Sozialminister Josef Hecken (CDU) jetzt an. "Illegale Hilfskräfte aus Osteuropa gefährden nicht nur die Existenz professioneller Pflegeeinrichtungen, sondern bieten auch keinen Garant für eine qualitative Pflege", so der Minister.
Sie könnten schwere Pflegefehler verursachen, sprachliche Barrieren führten oftmals zu folgenschweren Mißverständnissen. "Eine optimale und qualitativ hochwertige Pflege kann nur gewährleistet werden, wenn ausgebildete Pflegekräfte die Betreuung übernehmen", so Hecken.
Auch Baden-Württemberg hat das Pflege-Thema auf die Agenda gesetzt. Eine Arbeitsgruppe soll Konzepte entwickeln, wie mit legalen Angebotsstrukturen der Bedarf an häuslichen Pflegekräften wirksam gedeckt werden kann.
Ähnliches plant auch die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU): Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, Verbänden und Organisationen sollen Lösungen für preiswertere Angebote in diesem Bereich erarbeitet werden. Das kündigte die Ministerin im Herbst vergangenen Jahres an.
Neue Wege geht bereits der Main-Kinzig-Kreis in Hessen: Dort wurde jetzt das Modellprojekt "Haushalts-Engel" gestartet. In der kreiseigenen Altenpflegeschule werden ab sofort Langzeitarbeitslose eine eigens entwickelte zweimonatige Ausbildung zum "Haushalts-Engel" durchlaufen können.
Die ebenfalls kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) sucht dazu Personen heraus, die sich für die soziale Arbeit mit Senioren interessieren und eignen.
Das Konzept: Die Anbieter ambulanter Pflegedienste können diese Kräfte dann Familien anbieten, die ergänzend zur professionellen Pflege eine kostengünstige Hilfe im Haushalt eines älteren Familienmitglieds benötigen.
Bundesweit beschäftigen etwa 100 000 Familien eine illegale Pflegekraft in ihrem Haushalt. Die Hilfskräfte stammen meist aus Osteuropa. In einigen Bundesländern wie Hessen und Baden-Württemberg haben inzwischen Pflegeeinrichtungen Anti-Schwarzmarkt-Offensiven gestartet. Sie beklagen zunehmenden Kundenschwund.
Auch Bund und Ländern wird die Problematik allmählich bewußt: Dort gibt es intensive Bestrebungen, die Schwarzarbeit im Bereich Pflege wirkungsvoll einzudämmen.
nach oben »BERLIN (ami). Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in der Hauptstadt deutlich stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Dabei geht der Trend in Berlin hin zur Pflege durch Angehörige.
Ende 2003 gab es in Deutschland 1,8 Prozent mehr Pflegebedürftige als Ende 2001. In der Hauptstadt nahm die Zahl nach Angaben des statistischen Landesamtes Berlin sogar um 5,9 Prozent zu. Rund 89 700 Berliner erhielten Ende 2003 Pflegegeldleistungen. Die Hälfte von ihnen bekam Pflegegeld der Stufe I, mehr als ein Drittel war Stufe II und 13 Prozent Stufe III zugeordnet.
Weniger als ein Drittel der Pflegebedürftigen wurde stationär in Heimen betreut. Rund 63 000 Pflegebedürftige wurden zu Hause versorgt, davon nur jeder Dritte durch ambulante Pflegedienste. 42 400 Menschen wurden den Angaben zufolge allein von Angehörigen gepflegt.
Die Zahl der Pflegebedürftigen, die ausschließlich von Angehörigen versorgt wird, hat somit überdurchschnittlich um 7,5 Prozent zugenommen. Der Trend hin zur professionellen und stationären Pflege wird in Berlin also gebrochen. Um unterdurchschnittliche 4,5 Prozent stieg die Zahl derer, die in Heimen gepflegt wurden und nur 4,4 Prozent mehr nahmen ambulante Pflegedienste in Anspruch.
nach oben »Göttinger Juristin hält neue Betreuungsangebote bei Schwerstkranken für dringlich / Für Patientenverfügungen sind hohe Anforderungen nötig
GÖTTINGENs (pid). Im Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden ist in Deutschland ein Umdenken nötig. Darauf hat die Göttinger Professorin für Deutsche Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht, Eva Schumann, hingewiesen.
Schumann nahm kürzlich anläßlich ihrer Antrittsvorlesung auch zur aktuellen Diskussion über das Thema Sterbehilfe Stellung. Nach Ansicht der Juristin muß sich der Gesetzgeber stärker mit der sozialen Dimension des Sterbens befassen und unter anderem für bessere Betreuungsangebote sorgen, die eine menschenwürdigere Gestaltung des Sterbens ermöglichen.
Als positives Beispiel führte die Juristin Österreich an. Dort sei im Jahr 2002 eine Regelung eingeführt worden, daß Berufstätige bis zu sechs Monate lang unbezahlten Urlaub nehmen können, um einen schwerkranken Angehörigen zu pflegen. In dieser Zeit können sie Pflegegeld erhalten. Auch hierzulande sollte es ähnlich wie Erziehungsurlaub auch die Möglichkeit des Pflegeurlaubs geben.
Insgesamt müsse viel mehr als bisher darauf geachtet werden, wie die Situation der Betroffenen tatsächlich menschenwürdiger gestaltet werden könne.
Schumann kritisierte, daß beispielsweise Pflegebedürftige häufig viel zu früh Magensonden angelegt bekämen, weil dies die Pflege erleichtere. Nötig sei ein Ausbau der Palliativmedizin mit einem flächendeckenden Netz ambulanter Betreuungsmöglichkeiten. Jeder Patient sollte Zugang zu solch einem Angebot haben, sagte Schumann. Insgesamt liege Deutschland in der Palliativmedizin hinter den europäischen Standards zurück.
Schumann plädierte dafür, daß erhöhte Anforderungen an Patientenverfügungen gestellt werden sollten. Vor dem Abfassen einer solchen Vorausverfügung müsse eine Aufklärung über die Behandlung, die Folgen und die Risiken einer medizinischen Behandlung stattgefunden haben. Außerdem sei es geboten, daß eine solche Verfügung in regelmäßigen Abständen bestätigt werde.
Kennen Angehörige tatsächlich den Willen des Patienten?
Starke Bedenken äußerte die Juristin gegen die Konstruktion eines "hypothetischen Willens" bei Patienten, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht mehr selbst entscheiden können, ob eine lebenserhaltende Behandlung abgebrochen werden soll oder nicht.
Es sei eine "durch nichts gesicherte Vermutung", daß Angehörige den tatsächlichen Willen eines Patienten kennen, sagte Schumann. Angehörige seien oft nicht nur vom Mitleid getragen, sondern litten auch selbst daran, den ihnen vertrauten Menschen leiden zu sehen.
nach oben »BERLIN (eb). Die Deutsche Alzheimergesellschaft hat eine Broschüre zum Thema Blasen- und Darmschwäche bei Demenzkranken herausgegeben. Sie richtet sich vor allem an Angehörige, die solche Patienten betreuen.
Das Anliegen der Autorinnen ist es, den Pflegepersonen zu helfen, besser mit der Inkontinenz umgehen zu können. So brauchen sie eine gute Beratung, um eventuell Hilfsmittel anwenden, die Ernährung der Patienten umstellen oder mit ihnen ein Toilettentraining machen zu können.
Wichtig ist auch Unterstützung bei Verhandlungen mit Kranken- und Pflegekassen, inwieweit diese die Kosten übernehmen. Bei der Broschüre handelt sich um Band 8, sie ist 2006 erschienen, hat 72 Seiten und kostet 3 Euro.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Friedrichstr. 236
10969 Berlin
Tel. 0 30 / 259 37 95 0
E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de
...in Rheinland-Pfalz bietet neue Aufgaben für Arzthelferinnen
Von Christoph FuhrSie kennen Patienten oft über viele Jahre, genießen ihr Vertrauen, sind gut über Krankheitsverläufe informiert. Auf diese Kernkompetenzen von Arzthelferinnen setzt ein integrierter Versorgungsvertrag, den AOK und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz abgeschlossen haben.
Arzthelferinnen erhalten in diesem Konzept eine neue Rolle: Sie arbeiten - wenn im Einzelfall erforderlich - als "integrierte Krankenpflegekräfte " (IV-Kräfte). Das heißt konkret: Im Auftrag der behandelnden Ärzte betreuen sie vor, während und nach stationären Krankenhausbehandlungen chronisch kranke Patienten). Ihre Aufgabe ist nicht die Pflege. Sie ermitteln vielmehr Versorgungsdefizte, stellen Kontakte etwa zum Dienst "Essen auf Rädern" oder Hospizdiensten her oder überprüfen die Einnahme von Medikamenten.
Dem Vertrag, so AOK-Landeschef Walter Bockemühl, können sich alle niedergelassenen Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz anschließen. Ziel des Konzepts: Haus-, Fach- und Klinikärzte kooperieren eng miteinander, vermeiden Doppeluntersuchungen, treffen enge Absprachen und verbessern die Versorgung.
AOK-Patienten, die sich für eine der beiden Versorgungsstufen einschreiben, wird die Praxisgebühr erlassen. Teilnehmen in der Grundversorgung können zum Beispiel Patienten, die mindestens an zwei dieser Krankheiten leiden: Herzinsuffizienz, Diabetes, koronare Herzerkrankung, Hypertonie, Hyperlipidämie, Exsikkose oder Nierenerkrankung. In dieser Stufe sind IV-Kräfte noch nicht aktiv.
Ihr Einsatz ist aber in der höheren Versorgungsstufe "Multimorbidität". gefordert. Teilnahmeberechtigt sind hier zum Beispiel eingeschriebene Patienten in einem Disease-Management-Programm, bei denen mindestens vier Arztkontakte im Behandlungsfall pro Quartal notwendig sein müssen. Und: Diese Patienten müssen eine besonders intensive Betreuung benötigen, die durch Hausbesuche der IV-Kraft sichergestellt wird.
Erste Erfahrungen mit dem neuen Modell sind gemacht. Der Chef des rheinland-pfälzischen Hausärzteverbandes Dr. Gernot Nick hat an einem konkreten Beispiel aus seiner eigenen Praxis erläutert, was der Einsatz der IV-Kraft bewirken kann.
Ein Alzheimer-Patient, weit über 80 Jahre alt, ist auffällig oft wegen Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert worden - ausschließlich an Wochenenden, denn nur dann sind die Beschwerden aufgetreten. Regelmäßig hat seine Ehefrau den Notdienst angerufen, vehement hat sie immer wieder erfolgreich auf eine Klinikeinweisung gedrängt.
Die IV-Kraft hat das Ehepaar besucht und sich einen Überblick verschafft: Die Frau wird von einem Pflegedienst unterstützt, der zweimal am Tag die Grundversorgung
wie etwa das Waschen des Patienten übernimmt. Trotz dieser Hilfe ist sie vollkommen überlastet. Der IV-Kraft wird klar:
Die inszenierten Notfälle an
Wochenenden sind ein Hilferuf.Der Mann ist danach vorübergehend sicher aufgehoben im Krankenhaus - nur so kann die Frau auf Dauer die Belastung aushalten.
Die Lösung - abgestimmt mit dem Hausarzt: Einmal in der Woche wird der Alzheimer-Patient jetzt in einer geriatrischen Tagesklinik untergebracht. Die Frau kann dann
regenerieren, fühlt sich für den Rest der Woche fit für die Pflege ihres Mannes. Es habe seitdem keine Klinikeinweisungen mehr gegeben, berichtet Nick.
Rund 200 Ärzte und etwa 1000 Versicherte haben sich bisher ins Programm eingeschrieben, AOK-Chef Bockemühl hofft, daß 1000 Ärzte und rund 100 000 Versicherte mitmachen. "Wir sind optimistisch", sagt Bockemühl, "das Konzept kommt an". Auch Eberhard Mehl, Geschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbandes, äußert sich positiv. "Mit diesem Vertrag", sagt er, "kann das Ziel der Integrierten Versorgung, nämlich die effiziente Verzahnung zwischen Hausarzt, Facharzt und Klinik, zum ersten Mal in einem ganzen Bundesland erreicht werden".
Hausärzte erhalten fü die Betreuung in der Grundversorgung eine Jahrespauschale von 35 Euro. In der höheren Versorgungsstufe Multimorbidität gibt es im
ersten Projektjahr pro Patient 50 Euro plus 50 Euro für den Doku-Aufwand. Für die IV-Kraft werden pro Hausbesuch
30 Euro vergütet. Fachärzte erhalten ein
einmaliges Projekt-Honorar von 15 Euro.
Der Vertrag zur hausarztorientierten integrierten Versorgung ist gemeinsam von der AOK Rheinland-Pfalz und der "Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft" abgeschlossen worden, die vom Hausärzteveband Rheinland-Pfalz unterstützt wird. Grundlage ist Paragraph 140a ff, SGB V. Mitmachen können Niedergelassene und Kliniken in Rheinland-Pfalz.
nach oben »ALLENSBACH (dpa). Drei von vier Deutschen sind dafür, Schwerkranken eine medizinische Behandlung mit Haschisch und Marihuana zu erlauben. Das hat eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) ergeben. 77 Prozent der 1438 Befragten sprachen sich für eine Legalisierung der natürlichen Cannabisprodukte aus. Voraussetzung: Der Arzt befürwortet die Therapie und die Krankenkassen erstatten die Behandlung mit dem synthetisch gewonnenen Cannabiswirkstoff Dronabinol (THC) nicht.
nach oben »Aktivierte Rezeptoren auf Keratinozyten der Haut fördern die Freisetzung von körpereigenen Opioiden
TUCSON (ars). Cannabis wirkt unter anderem dadurch schmerzlindernd, daß es Rezeptoren in der Haut aktiviert, die schließlich körpereigene Opioide freisetzen. Dieses Ergebnis US-amerikanischer Wissenschaftler bietet eine Ausgangsbasis zur Entwicklung topisch anwendbarer Analgetika in der Medizin.
Der Hauptbestandteil von Cannabis, das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), bindet an zwei unterschiedliche Cannabinoid-Rezeptoren mit den Bezeichnungen CB1 und CB2.
CB1 kommt vor allem im zentralen Nervensystem vor und vermittelt unterschiedliche Effekte von THC. Sein Gegenstück, der zum peripheren Nervensystem gehörige CB2-Rezeptor, mildert bei Versuchstieren den akuten und chronischen Schmerz. Allerdings war bisher unbekannt, wie diese Wirkung zustande kommt.
Nun haben Dr. Mohab Ibrahim und seine Kollegen von der Universität Arizona in Tucson herausgefunden, daß die CB2-Rezeptoren sich auf Keratinozyten der Haut befinden.
Heftet sich ein passender Wirkstoff an, werden sie aktiviert und bewirken die Ausschüttung des körpereigenen Opioids Beta-Endorphin (PNAS 102, 2005, 3093). Dieses Peptid wiederum bindet an Opioidrezeptoren auf sensorischen Nerven. Die lindert schließlich die Schmerzen.
Für ihre Experimente richteten die Forscher einen starken Lichtstrahl auf die Fußsohle von Mäusen. Sobald die Tiere die Hitze spürten, zogen die sie die Pfote weg. Bekamen sie einen Wirkstoff, der den CB2-Rezeptor aktivierte, dauerte es bis zu dieser Reaktion deutlich länger, die Tiere hielten Schmerzen länger aus.
Wegen des reichlichen Vorkommens von CB2-Rezeptoren liegt es nahe, eine Bedeutung bei der natürlichen Regulation der Schmerzempfindlichkeit zu vermuten. Daran könnten zum Beispiel infiltrierende Immunzellen beteiligt sein, denn sie stellen nach entzündlichen Verletzungen das körpereigene Cannabinoid Anadamid her.
Die Entdeckung zur Wechselwirkung von Opioiden und Cannabinoiden hat klinische Relevanz. Bei beiden Substanzklassen löst die effektive Dosis unerwünschte Wirkungen aus, die ihren Gebrauch einschränken: Sedierung, Euphorie oder Dysphorie. Opioide können außerdem eine manchmal lebensbedrohliche Atemdepression hervorrufen.
Diese Risiken lassen sich durch eine gemeinsame Applikation beider Mittel vermindern, weil man dann ihre Menge verringern kann, ohne den analgetischen Effekt zu beeinträchtigen. Insgesamt bietet die Schmerzlinderung über das periphere Nervensystem vielversprechende Möglichkeiten für neue nicht-invasive, topisch anwendbare Medikamente ohne psychotrope Wirkungen.
nach oben »BARCELONA (dpa). In der nordostspanischen Metropole Barcelona können bestimmte Patienten Cannabis künftig legal in der Apotheke erwerben.
Dies sieht ein Pilotvorhaben vor, auf das sich die Behörden der Region Katalonien mit dem Madrider Gesundheitsministerium verständigt haben. Das Experiment ist für Patienten mit besonders schweren Erkrankungen wie Aids, Krebs oder Multipler Sklerose.
Sie sollen die Droge Cannabis, aus der Marihuana oder Haschisch gewonnen wird, in der Form von Kapseln in 60 Apotheken und vier Krankenhäusern erhalten können. Für den Erwerb der Droge sollen die Patienten besondere Ausweise erhalten.
Das Pilotprojekt ist auf ein Jahr beschränkt. Strittig ist noch, wie viele Patienten teilnehmen dürfen. In den Niederlanden hatte ein ähnliches Experiment nicht die erhofften Resultate gebracht. Der Verkauf von Cannabis in den Apotheken blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
nach oben »MÜNCHEN (eb). Am Klinikum der Universität München am Standort Großhadern wird jetzt in einer gerade gestarteten Studie die Wirksamkeit eines Cannabis-Präparates bei Morbus Crohn geprüft.
Es werden noch Patienten mit einem mittelschweren Schub bei chronisch rezidivierendem Morbus Crohn in die Studie aufgenommen.
Das Präparat wird geprüft, weil Betroffene, die eigenmächtig Cannabis konsumieren, über eine Linderung der Beschwerden berichten. Außerdem gibt es ermutigende Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien.
Weitere Informationen: Dr. Martin Storr, Dr. Thomas Ochsenkühn,
Telefon 0 89 / 70 95 - 0
Erste Hinweise auf analgetische Wirkung von THC bei neuropathischen Schmerzen / Guter antiemetischer Effekt
LEIPZIG (mar). Bei starken Schmerzen wird auch über die analgetische Wirkung von Cannabinoiden diskutiert. Welchen Stellenwert diese Substanzen, etwa das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC, Dronabinol), in der Schmerztherapie haben könnten, ist zur Zeit aber noch unklar.
Im Tiermodell seien zwar analgetische und entzündungshemmende Effekte von Cannabinoiden nachgewiesen worden, so Professor Hans G. Kress von der Medizinischen Universität Wien beim Deutschen Schmerzkongreß in Leipzig. Ergebnisse klinischer Studien nach modernem Studiendesign gebe es jedoch bislang nicht.
Eine Metaanalyse von fünf klinischen Studien aus den 70er Jahren zur schmerzlindernden Wirkung von Cannabinoiden bei insgesamt 128 Tumorpatienten lasse keine Rückschlüsse auf die Effizienz der Therapie zu, da die Studien aus heutiger Sicht methodische Mängel aufweisen, so Kress.
Aus neuen klinischen Studien ergeben sich Hinweise auf die schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoiden bei neuropathischen Schmerzen. So sollen demnächst die Ergebnisse einer kleinen kontrollierten Studie mit Cross-over-Design, in der Dronabinol bei Patienten mit Armplexus-Wurzelausriß verwendet wurde, veröffentlicht werden. Die neuropathischen Schmerzen seien durch die Therapie mit Dronabinol in dieser Studie signifikant reduziert und der Nachtschlaf sei signifikant gebessert worden.
Da Tumorschmerzen häufig auch neuropathische Komponenten haben, könnte die Substanz auch bei solchen Schmerzen wirksam sein und als Ko-Analgetikum zu einer Opioidtherapie angewandt werden, sagte Kress. Entsprechende Studien stünden allerdings noch aus.
Durch klinische Studien gesichert sei dagegen ein antiemetischer Effekt von THC, das in den USA zur Therapie bei Übelkeit und Erbrechen bei Tumorpatienten mit Chemotherapie und auch zur Kachexiebehandlung von HIV-Infizierten zugelassen ist. Eine Metaanalyse von 30 Studien habe ergeben, daß Cannabinoide besser antiemetisch wirkten als Metoclopramid.
Allerdings lägen noch keine Vergleichsdaten zu den in der Onkologie angewandten modernen Antiemetika, den 5-HT 3-Antagonisten, vor, sagte Kress. Auch fehlten Vergleichsdaten zur Wirksamkeit von Cannabinoiden bei Patienten mit hochemetogenen Chemotherapie-Regimen.
Dronabinol ist in Deutschland als Rezepturarzneimittel aus der Apotheke erhältlich.
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